Wer ist Randomgeist?
2009/06/03 20:58 under [No category]
Folgenden Text erachte ich als völlig gescheitert, dennoch lade ich ihn hoch. Dieser Text ist viel zu schwer-philosophisch beladen und dazu noch anti-ironisch auf kindischer Weise, obwohl ich manche der Sätze schon seit Ewigkeiten im Kopf habe. An meinem deutschen Ausdrucksvermögen muss ich wirklich noch sehr viel arbeiten.
Ach, unter der Kategorie "wer ich bin" werde ich auf verschiedenen Weisen versuchen, mich selbst zu explizieren, das ist zumindest der Plan.
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Warum heißt dieser Blog Randomgeist, und warum nenne ich mich selbst Randomgeist?
Random, weil ich ein Zufallsprodukt bin. Ich wurde in einem Land geboren, das ich gerne selbstironisch mit "Rand der Zivilisation" bezeichne. Korea ist zwar schon längst vollkommen industralisiert und eine nichttriviale wirtschaftliche Macht auf der Welt - aber geistig ist mein Land nichts anderes als eine schlechte Kopie. Eine schlechte Kopie von dem, was man den kulturellen Paradigma nennen könnte, was man "das Westliche" nennen könnte.
So bin auch ich eine schlechte Kopie. Kulturell gesehen führe ich eine gespaltene Existenz, die nach einem Ideal strebt, das ich niemals war und nie sein werde. Egal, wie gut mein Deutsch ist und wie tief meine Kenntnisse in der europäischen Geistesgeschichte sind - ich habe eine andere Hautfarbe, und noch wichtiger: ich habe auch eine andere Geistesfarbe. Sechzehn Jahre habe ich in Korea gelebt, die Luft und das Wasser meiner Heimat haben sich zutiefst in meinen Geist hineingefärbt. In dem Versuch, meine Farben los zuwerden, Farben, für die ich mich nie entschied, liegt das Wesen von Random in meinem Pseudonym. Meine Existenz ist kontingent, weil ich mich entschieden hatte, nicht bei meiner ursprünglichen Identität zu bleiben. Weil ich lieber beliebig, zufällig, "random" bin als eine schlechte Kopie.
Warum Geist? Der dänische Philosoph Sören Kierkegaard schrieb einmal, der Mensch sei Geist und nichts anderes. Und ich finde, dass dies der beste Satz ist, der jemals über das Wesen des Menschen geschrieben worden ist. Nicht der zufällige, sinnliche Körper, auch nicht die kontingenten Elemente meines Innenlebens wie Emotionen und Triebe bilden die Substanz, aus der ich bestehe. Im Kern bin ich mein Geist.
Denn der Geist ist frei. Er ist der freiste Teil meiner Selbst. Im Sinne des Geistes existieren keine Grenzen (oder korrekter: er selbst ist seine eigene Grenze). Aber diese Freiheit ist nicht Zufälligkeit, die Freiheit entstammt vielmehr den inneren Notwendigkeiten unseres Geistes. Wenn alles beliebig ist, existiert keine Freiheit. Geometrisch gesprochen: Der Raum der Freiheit (Möglichkeiten) wird aufgespannt durch Notwendigkeiten.
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